Dann hat die Beziehung gute Chancen!

Hell klingen die Kirchenglocken, eine Gruppe festlich gekleideter Menschen geht in Richtung Kirche. Der Bräutigam steht am Eingang und schaut nervös auf die Uhr. Eigentlich ist er schon verheiratet mit seiner Frau, aber es fehlt noch das letzte Topping. Die Sahne auf dem schönen Stück Kuchen:

Die Trauung in der Kirche, die Braut in einem Traum in weiß, der Brautvater, der ihm die Hände seiner Tochter übergibt, während der Chor auf der Empore singt. Beide lachen glücklich, als die Braut am Altar angekommen ist. Sie geben sich fast schüchtern einen Kuss, als wärs das erste Mal.

Was das Brautpaar jetzt gar nicht im Sinn hat

​Ich denke an die vielen Paare, die ich kenne, die auch so gestrahlt haben, als sie sich vor vielen Jahren das Ja-Wort gegeben haben und jetzt längst getrennt, oder geschieden sind. Statistisch gesehen ist das das Schicksal jeder dritten Ehe.

​Irgendwie ernüchternd finde ich.

Die Ehe ist anscheinend gefährlicher als die meisten Krankheiten. Ich glaube nicht, dass es viele Krankheiten gibt, die zwei von 6 Personen statistisch gesehen infizieren.

Berufsbedingte Perspektive

Ja manche Berufe werfen ihre Schatten und als Coach hab ich natürlich berufsmäßig mit Frauen zu tun, die auch (meist) verheiratet sind. ​Einige der Frauen berichten von  den Hindernissen im Laufe der Ehejahre, den Zerwürfnissen, Kränkungen und manchmal sind sie am Ende mit ihrer Kraft. Zunehmend auch im mittleren Lebensalter, nach der Silberhochzeit.​​


AMEFI

"Willst du diesen Mann lieben und ehren , in Gesundheit und Krankheit, wirst du ihm treu sein bis das der Tod euch scheidet?" Ich schrecke hoch und höre laut und deutlich das Ja der Braut. Was für ein Versprechen!

AMEFI denke ich, die Abkürzung für "Alles mit einem für immer!" Genau das versprechen sich die beiden in diesem Moment!

Zu ​Lieben bedeutet nicht, dass alles leicht sein wird. Natürlich denkt das junge Brautpaar das nicht heute, am "schönsten Tag ihres Lebens"!

Das sind die Tücken

Es  gibt ziemlich sichere Methoden, eine Beziehung an die Wand zu fahren, egal in welchem Alter, ich greife mal drei Handlungsweisen heraus, die oft eine Krise zur Folge haben und manchmal auch eine Trennung:

1. Erwartungshaltungen

Immer dann, wenn Erwartungshaltungen – egal ob bewußt oder unbewußt- bestehen, dass der andere doch bitte ab jetzt sich so verhalten soll, das man selbst glücklich sein kann. Und möglichst alle Bedürfnsse , die man so hat, errät und befriedigt. Das ist besonders tückisch bei Paaren, die verheiratet sind und zwar lange, denn dann sind die Enttäuschungen vorprogrammiert. Denn wer möchte schon jeden Tag in der Partnerschaft erraten, was der andere denn braucht? Das ist nicht Liebe. Viele Partner versuchen den anderen zu verändern, ihn zurechtzubiegen, wie sie ihn gerne hätten. Das ist auch das Gegenteil von Liebe: Liebe bedeutet, den anderen so sein zu lassen, wie er ist und ihn genau deshalb zu lieben, weil er so ist

2. Kontrolle und Eifersucht

Wenn man verliebt ist, möchte man, dass die Beziehung ewig besteht und genau in diesem Moment wird die Angst vor dem Verlust dieser Beziehung geboren. Nicht alle Menschen sind gleich gut in der Lage, ihre unguten Gedanken und Verlustängste zu begrenzen. Manchmal verfallen sie in ein ständiges Kontrollieren des Partners, nur um "sicherzugehen", dass sie ihn nicht verlieren. Kontrolle ist geleitet von Misstrauen und wirkliche Liebe möchte vertrauen. Wer liebt, kontrolliert nicht, lässt den anderen sich frei bewegen. Ganz ehrlich: Hat Kontrolle jemals etwas Gutes bewirkt? Hat sich auch nur ein Fremdgehen dadurch verhindern lassen? Das Fatale ist sogar: wer kontrolliert wird, fühlt sich in die Enge getrieben und sucht nach Freiräumen abseits der Partnerschaft.

3. Machtspiele

Zu diesem Thema hat Wolfgang Krüger ein sehr interessantes Buch veröffentlicht: "Liebe, Macht und Leidenschaft." Er erklärt, dass es in jeder Beziehung verschiedene Machtbereiche gibt: Wer Beispielsweise wenig Bedürfnis nach Nähe hat innerhalb der Partnerschaft, der hat die Beziehungsmacht. Derjenige der weniger Lust auf Sex hat, hat die Begrenzungsmacht. Der Partner, der bestimmt, wie und was in der Freizeit abläuft, hat die Gestaltungsmacht. Wer redet mehr? Wer hört eher zu? So klärt sich die Frage, wer die Kommunikationsmacht hat. Anerkennungsmacht  hat der, der den Partner mehr kritisiert und selber eher gelobt wird. Wolfgang Krüger bringt es ganz einfach auf den Punkt mit dem Satz: "Nur wenn der "Nette" einen Streit riskiert und sich nicht anpasst, werden die Machtstrukturen plötzlich deutlich!" Damit wir innerhalb der Partnerschaft soche Machtspiele auch erkennen, gibt er die paradoxe Aufforderung: In der Liebe soll man gleichzeitig Liebender, aber auch Beobachter zu sein und zu reflektieren, wenn etwas geschieht, womit man sich nicht gut fühlt. Denn ungute Machtprozesse laufen meist im Untergrund ab.

Der Unterschied zum Machtspiel

Offen ausgetragene Auseinandersetzungen sind wichtig und nicht Teil der Machtspiele. So darf also die Diskussion, ob Sportsendung oder Liebesfilm geschaut wird, oder wohin der nächste Urlaub geht, ruhig geführt werden. Das sind ganz normale Vorgänge, die meist - weil sie offen geführt werden - zu Kompromissen, oder sonstigen Lösungen führen. Und Herr Krüger tröstet den Leser, indem er schreibt, dass sich auch die unguten Machtprozesse immer ändern lassen. Aber sie müssen einem natürlich zunächst einmal bewußt werden.

​​​​​​​​​ ​Für mein ​Coachig mit Frauen bedeutet das:

Wir alle sind geboren worden, um glücklich zu sein! Aber wir selbst haben die Aufgabe dafür zu sorgen, dass es uns gut geht. und so kommen Paare, wo jeder für sich selbst die Verantwortung übernimmt, beispielsweise im Umgang mit den eigenen Gefühlen, einfach stressfreier und glücklicher durchs Leben. Meine Arbeit mit Frauen schließt mit ein, dass ich besonders die Bereiche : Erwartungshaltungen, Kontrolle und Machtspiele innerhalb der Beziehung im Auge halte. Wenn es bei Frauen, die von mir gecoacht werden, Probleme in den Bereichen gibt, so ist für mich als ausgebildete Paartherapeutin selbstverständlich, dass ich auf Wunsch, auch eine Paarsitzung anbiete. Denn die Partnerschaft ist ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden einer jeden Frau. Ist dort alles geklärt und in Ordnung, dann ist es wahrscheinlich, dass dieses Paar nicht vom Trennugsvirus infiziert wird.

​​​Ja, es gibt sie, allen Unkenrufen und Scheidungsstatistiken zum Trotz, die Paare, die "auf immer und ewig" gemeinsam durchs Leben gehen. Die alle Klippen von Erwartungshaltungen, Kontrolle und Machtspielen, Kränkungen und sonstigen Erschwernissen umschiffen, indem sie sich gut um ihr eigenes Leben kümmern​ (eigener Beruf, eigenes Hobby, eigene Freunde) und im gemeinsamen Miteinander sich mit Respekt , Liebe und  Wohlwollen begegnen. 


Von Herzen alles Liebe und Gute für dich und deine Beziehung

Hildegard

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Über den Autor Hildegard

Hildegard Kremer hilft Frauen in der Lebensmitte ab 45 + mit Ihrem Coaching, die Herausforderungen dieser Lebensspanne mit Freude zu meistern. Aus ihrer eigenen Erfahrung dieser Zeit weiß sie, wie wichtig es ist, authentisch zu leben und sich mit den Themen:Mein Blick auf mich selbst, Partnerschaft, Beruf, Kinder und individuelle Freiheit zu beschäftigen. Mit Leidenschaft und Herz steht sie Frauen bei der Klärung ihrer Fragen zur Seite.

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